Bartpflege - Hochwertige Inhaltsstoffe versus billige Chemie

In zahlreichen Hautpflegeprodukten und auch in Bartpflegeprodukten findet man Stoffe, welche dort eigentlich gar nichts verloren haben sollten: Silikone, Parabene, Alkohol oder gar Mineralöle. Wir verzichten mit unserem Bartpflegeprodukten auf die oben genannten – aber auch noch eine ganze Reihe weiterer fraglicher Substanzen. Doch worum handelt es sich genau - und was sind die möglichen Risiken dieser Stoffe?

Konservierungsstoffe

Konservierungsstoffe machen Kosmetika haltbar, denn sie töten Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien oder hemmen deren Vermehrung. Auch auf deiner Haut befinden sich Mikroorganismen in einer spezifischen Komposition. Soll sie gesund bleiben, dürfen diese hauteigenen Keime nicht von Fremdkeimen und deren Stoffwechselprodukten aus dem symbiotischen Gleichgewicht gebracht werden. Die gängigsten Konservierungsmittel in Körperpflegeprodukten sind mitunter Parabene, Benzoesäure, Formaldehyd und einige weitere. Deren Alternativen sind z.B. Ätherische Öle, mehrwertige Alkohole oder der Verzicht auf Wasser, dem Nährboden für Keime.

Parabene

Bei Paraben handelt es sich um eine Gruppe von Konservierungsstoffen, welche für eine längere Haltbarkeit des Produktes sorgen sollen. Einige Parabenarten sind jedoch noch unzureichend erforscht, alle aber mit erheblichen Risiken behaftet. Es wurde zum Beispiel nachgewiesen, dass Parabene sich im menschlichen Organismus ablagern.

 

INCI Bezeichnungen:  Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben, Butylparaben. Besondere Vorsicht bei Isopropylparaben und Isobutylparaben

 

Silikone

Silikone werden als günstige Ersatzstoffe für hochwertige Pflegeöle in der Kosmetik verwendet oder um einen hautglättenden Sofort-Effekt simulieren zu können, welcher jedoch nicht nachhaltig und teuer erkauft ist. 

Schmierst du dir Silikone in den Bart, wirst du erstaunt sein, wie weich er sich anfühlt. Du wirst zu deiner Frau gehen und sie stolz bitten, mal zu fühlen. Sie wird dir sagen, dass dein Bart sich so gut anfühlt und dich wiederum bitten, dieses oder jenes Mittel doch immer wieder zu verwenden. Doch das, was sich weich und geschmeidig anfühlt, ist nur eine Hülle. Ein Blendwerk, dass dir vorgaukelt, dass dein Bart gepflegt, feucht und gut genährt ist. Denn Silikone legen sich wie eine zweite Haut um dein Haar, lassen nichts hinein und hinaus.

Zwar sorgen Silikone für ein sofortiges, gepflegtes Hautgefühl – bieten aber keine echte Wirkung. Oft werden auch Silikone eingesetzt, welche hochwertige Inhaltsstoffe, die im Gegensatz zum leeren Silikon nähren, schützen, Entzündungen hemmen, heilen und vieles mehr ersetzen.

Silikone sind die Weichmacher in Haut- und Haarpflegemitteln, Kunststoffe, die im Chemielabor synthetisch hergestellt werden. Generell erkennst Du sie an den Endungen -cone und -xane. Benutzt werden Silikone vielfältig, zum Beispiel als Fugenabdichter, bei Kuchenformen, als Brustimplantate oder zum Autolackversiegeln.

In Pflegeprodukten enthaltene Silikone machen die Haut glatt, Haare weich und seidig. Wasserunlösliche Silikone lagern sich jedoch am Haar an, dichten sukzessive ab und die Haut trocknet aus. Dies zeigt sich bald an Haut- und Haarirritationen. Durch den auf der Haut gebildeten Film können, da körperfremd, keine Vitamine und Pflegesubstanzen transportiert werden. Der Silikonfilm behindert zudem die natürliche Regenerationsfähigkeit der Haut, denn diese quillt unter ihm auf und wird spröde.

Darüber hinaus sind Silikone schwer abbaubar und belasten das Abwasser unsere Umwelt.

Pflanzliche Öle und Extrakte aus Heilpflanzen, welche ebenfalls weich machen, feucht halten, schützen und nähren, sind die sinnvollere Alternative. Gleichzeitig sind diese hochwertigen Öle biologisch abbaubar und immer tierversuchsfrei.

Silikone sind nicht nur kosmetisch nicht notwendig, sondern zudem biologisch nicht abbaubar. Sie gelangen beim Duschen oder Waschen in Flüsse, Seen und unser Grundwasser.

 

INCI Bezeichnungen:Dimethicone, Trideceth-12, Methicone, Polysiloxane, Cyclomethicone, Cyclohexasiloxane, Hydroxypropyl, Lauryl methicone copolyol, Amodimethicone, Cetearyl methicone, Cetyl Dimethicone, Dimethiconol, Silicone Quaternium-22, Guar Hydroxypropyltrimonium chloride, Simethicone

 

Mineralöle

In vielen Pflegeprodukten verbirgt sich hinter Begriffen wie Paraffin, Vaseline, Petrolatum, Microcrystaline Wax, Mineral Oil und dergleichen schlichtweg etwas, das aus Erdöl gewonnen wurde. Sie sind hautverträglich, lange haltbar und – vor allem kostengünstig. Und zusätzlich haben sie null Pflegeeffekt. 

Mineralöle (oder auch Paraffine) sind billige Ersatzstoffe für dein Einsatz teurer pflanzlicher, kosmetischer Öle. Sie sorgen für ein glattes Hautgefühl und dichten die Hautoberfläche ab. Während zum Beispiel das von uns verwendete Traubenkernöl voll mit Vitaminen, Antioxidantien und mikrobiologischen Nährstoffen ist, handelt es sich bei den vorgenannten „petrochemischen Erzeugnissen“ alleinig um günstige Ersatzstoffe.

Mineralölprodukte lassen die Haut zwar glatt und weich erscheinen, legen sich jedoch nur als „Film“ auf die Haut. Die Haut kann dadurch langfristig austrocknen, denn es kommt keine Feuchtigkeit hinein, geschweige denn Pflegestoffe. Die unter einer Mineralölschicht verdeckte Haut kann nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden, Keime und Bakterien können sich vermehren. Zudem kann Talg nicht aus der Haut heraus, so dass es zu Unreinheiten kommen kann.

Erdöldestillate sind zusätzlich wasserunlöslich und landen unausweichlich im Abwasser, das aufwändig aufbereitet werden muss. Weiterhin ist Erdöl eine kleiner werdende Ressource, wie wir alle wissen. Mit reinen Pflanzenölen, Sheabutter, oder alternativ Kakaobutter und Bienenwachs und Wollwachs, gibt es sehr gute Alternativen, welche in die Haut einziehen, sie atmen lassen und die Umwelt nicht belasten.

 

INCI Bezeichnungen:  Mineral Oil, Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Paraffinum Subliquidum, Cera Microcristallina, Microcrystalline Wax, Ozokerit, Ceresin, Vaseline, Paraffin Wax oder Paraffin Oil und weitere.

 

Alkohole

Alkohole werden, wie in vielen anderen Bereichen auch zur Konservierung von Kosmetika eingesetzt und als antibakterieller Schutz gegen mögliche Keime. Selbst in Naturkosmetik finden sich, da hier zahlreiche klassische Konservierungsstoffe verboten sind, oft sehr hohe Konzentrationen an schädlichem Alkohol.

Kaum eine Substanz ist so zuverlässig in der Lage, Bakterien abzutöten und zeitgleich Fett zu lösen. Letzteres ist z. B. notwendig, weil manche Pflanzenwirkstoffe nicht wasserlöslich sind. So ist Alkohol das häufigste Extraktionsmittel für Naturextrakte. Zudem lässt sich mithilfe des Alkohols ein Produkt konservieren.

„Gute Alkohole“ sind die sogenannten Fettalkohole, welche als Weichmacher und Verdicker verwendet werden. Fettalkohole werden aus den in Pflanzenteilen vorkommenden Fettsäuren gewonnen. Sie machen die Haut geschmeidig, denn sie bewirken, dass Feuchtigkeit in der Haut verbleibt. Fettalkohole sind mild und verursachen auch keine Mitesser oder Pickel.

Für die Haut zähleneinwertige Alkohole zu den „schlechten Sorten“, weil sie die Haut schädigen und austrocknen können.Der häufigste einwertige Alkohol, der in Kosmetikprodukten eingesetzt ist, ist Ethanol, in den INCIS auch oft nur „Alcohol“ genannt. 

In hohen Konzentrationen zerstört er auch die hauteigene Talgschicht.

Ein Teil der Alkohole wird zusätzlich durch Phthalate vergällt. Diese chemischen Weichmacher, die sowohl fett- als auch wasserlöslich sind, werden über die Haut aufgenommen und sind nicht besonders gut für die Haut. Sie gelangen ins Blut und können bei häufigem Kontakt nicht nur die Haut schädigen, sondern sogar zuckerkrank oder unfruchtbar machen. Darunter fallen unter anderem Diethyl Phthalat und Dimethyl Phthalat. Die Bezeichnung „Alcohol denat.“ oder auch „SD Alcohol“ als Abkürzung für denaturierten (vergällten) Alkohol sieht man allerdings weitaus häufiger

 

INCI Bezeichnungen:  Diethyl Phthalat (DEP) und Dimethyl Phthalat (DMP), Ethanol, Alcohol, Alcohol denat., Ethyl Alcohol, Methanol, Isopropyl Alcohol, SD Alcohol, Benzyl Alcohol

 

Farb- und Duftstoffe

Und zu guter Letzt kommen wir noch kurz zum komplexen Spektrum der synthetischen Farb- und Duftstoffe in Körperpflegemitteln. Synthetische Farbstoffe, nicht nur, aber insbesondere Azofarben, können krebserregend sein und Allergien hervorrufen. Zu erkennen sind Farbstoffbeigaben an den CI-Nummern (CI = Colour Index).

Pflanzliche Alternativen, wie das grüne Chlorophyll, das rote Henna, das gelbe Curcumin und so weiter sowie einige andere aus Erden und Gestein.

Über 3000 Duftstoffe gibt es. 26 sind dringend Allergie relevant. Deklarationspflicht besteht jedoch nur ab einer festgelegten Konzentration. Naturkosmetik verwendet zwar nur natürliche Duftstoffe. Doch Allergiker können auch auf diese reagieren. Beispielsweise auf Cinnamal, Limonen, Citronellol, Isoeugenol und andere. Auch aus diesem Grunde verzichten wir bei unseren Bartpflegeprodukten gänzlich auf zusätzliche Duftstoffe.

 

Sonstige bedenkliche Stoffe

Es gibt eine Unzahl an weiteren Inhaltsstoffen welche nicht ganz unbedenklich sind. Einige Beispiele hierfür: Natriumlaurylsulfat, Nitrosamin-Quellen (krebserregend), Diethanolamin (DEA), Triethanolamin (TEA) und Polycyanoacrylate, sowie Mikroplastik wie beispielsweise Acrylates/C30-10 und Acrylate Crosspolymer welche die Umwelt immens belasten. Trisodium EDTA ist zudem schwer abbaubar und toxikologisch bedenklich.

 

All natural

Produkte können natürlich, ehrlich und wirksam sein. Wir sehen daher absolut keinen Grund für den Einsatz von künstlichen Farbstoffen oder zusätzlichen Duftstoffen.

Wir halten es sonst auch nach dem Prinzip Dinge einfach zu halten – keep it simple stupid. Was nicht benötigt wird, wird weggelassen: so auch Alkohole, Erdölprodukte, Silikone, künstliche Farb- und Duftstoffe. Wir haben ein Pflegeprodukt für Anwender geschaffen, kein Parfüm.

Der Teufel steckt also im Detail. Und zwar auf der Rückseite deines Bartöls, deines Shampoos und deiner Gesichtscreme. Deine stärkste Waffe ist deshalb die Inhaltsstoff-Liste. Das einzige, was du tun kannst, um das Schlechte auszutreiben: Kenne Deinen Feind! Dafür musst du kein ausgebildeter Chemiker oder Latein-Muttersprachler sein. Fürs erste merke dir also: Alles was mit   -C O N E,  -C O N O L, -O X A N E und   -G L Y C O L  endet, ist erst einmal verdächtig

 

Willst Du Dich weiter informieren, klick dich durchs www und befrage zum Beispiel Frau Google. Aufschlussreich ist zum Beispiel auch die INCI Liste. INCI steht für „Internationale Nomenklatur kosmetischer Inhaltsstoffe“. Sie enthält und erklärt alle standardisierten Bezeichnungen für Inhaltsstoffe, welche laut EU Kosmetikverordnung zugelassen sind.

Wenn dir das nicht hilft, kannst du hier den genauen Inhalt der allermeisten Produkte nachprüfen und bekommst Hinweise, wie problematisch einzelne Hinweisstoffe sind.

 

Quellen

·         Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit https://www.bvl.bund.de

European Commission, Cosmetics (https://ec.europa.eu/growth/sectors/cosmetics/) (Stand 11/2019)

·         Stiftung Warentest, Mineralöle in Kosmetika (https://www.test.de/Mineraloele-in-Kosmetika-Kritische-Stoffe-in-Cremes-Lippenpflegeprodukten-und-Vaseline-4853357-0/) (Stand 11/2019)

·         EFSA, Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (https://www.efsa.europa.eu/de/topics/topic/mineral-oil-hydrocarbons) (Stand 11/2019)

·         Fransway et al., Parabens: contact (non)allergen of the year. Dermatitis. (2018)

·         Wisotzky et al., EDTA-Belastung im Grundwasser zweier Trinkwassereinzugsgebiete durch Uferfiltration. Angewandte Grundwasserchemie, Hydrogeologie und hydrogeochemische Modellierung. pp 397-407 (2017)

AGES, Allergene Duftstoffe (https://www.ages.at/themen/kosmetik/kennzeichnung/allergene-duftstoffe/) (Stand 11/2019)

·         DGfH, INCI-Liste (https://naehrstoffkosmetik.com/inci-liste) (Stand 11/2019)

 

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